Gipfelbrocken
Sozusagen meine Lieblings Langstrecke. Bisher ca. 17x gefahren.
In der Anfangszeit auch manchmal gescheitert weil die Zeit nicht mehr reicht und/oder schlechtes Wetter aufkam. Überraschenderweise endete es dann meist in der nähe von Drei Annen Hohne.
Profil mit Abfahrt bis Wernigerode
Ich habe bereits mehrere Routen probiert, von der Länge nehmen die sich alle aber nur um 5-15 km. Der wirklich unterschied besteht darin ob die Strecke Rennrad kompatibel ist oder nicht und wie viel Auto-Verkehr man haben möchte.
Alle ernst zunehmenden Routen die sich auf kurze Streckenlänge abzielen führen dabei über Halberstadt (womit es seinen Slogan "Tor zum Harz" bestätigt). Daher ist die Distanz bis Halberstadt also die entscheidende.

Streckenvarianten bis Halberstadt

Alle Routen im Überblick
  • Die offensichtlichste Route führt primär über die B1 durch Magdeburg: Route bei OSM (angepasst für Rennrad)
    Bis Halberstadt: 195/197 km
    Diese Strecke hat zu 99,9% Asphalt, durch die direkten Verbindungen kann man auch nicht viel falsch machen. Dafür muss man aber ein ganze Stück durch Magdeburg mit Ampel und nervigen Zwangs Radwegen.
    Wer eher in Wannsee starten will kann natürlich über Werder fahren. Die Strecken über Ketzin ist aber schön ruhig, zumindest immer wenn ich dort fahre.
    Dallgow: hinter dem EKZ bei der Warenannahme vorbeifahren.
    Elstal -> Priort: Hier geht es etwas durch den Wald ich finde die paar Meter lohne sich aber, auch die Umfahrung ist aber nicht kompliziert.
    Genthin: Weg führt durch Fußgängertunnel unter der Bahn durch.
    Burg: Der Sigma Fahrradcomputer mit Funk-Übertragung kann hier seine Verbindung verlieren, mit schwachen Batterien auch mal bis zu 30km lang.
  • Strecke über den Radweg Berlin - Hammeln viel durch Wald: Route bei OSM
    Bis Halberstadt: 200 km
    Dies ist sozusagen die "südliche" Variante gegenüber der "nördlichen" B1 Variante. Der Radweg besteht nur in der Theorie eine Ausschilderung gibt es hier nicht, durch die vielen Nebenstraßen muss man bis Möckern gut aufpassen. (Update: Ich habe inzwischen ein Schild für "Berlin-Hammeln" an der Strecke gesehen)
    Bließendorf -> Lehnin: Das erste Stück Wald, typischer Brandenburgischer Sandweg offenbar öfter befahren da teils ordentlich breit. Nicht befestigt.
    Ragösen -> Weitzgrund: Schotter weg, hüglig.
    Weitzgrund -> Dahlen: Zwar Asphalt aber schlechte Qualität.
    Dretzen -> Magdeburgenforth: Festgefahrener Waldweg, südlich ist ein Truppenübungsplatz.
    Schönebeck -> Welsleben: Schöne Betonplatten, später im Ort schlimmes Kopfsteinpflaster.
    Altenweddingen -> Egeln: Schöne Betonplatten mit einem kleinen Stück Sandweg.
  • Mittelweg der ersten 2 über Ziesar Route bei OSM (angepasst für Rennrad)
    Bis Halberstadt: 196/201 km
    Ebenfalls eher Nebenstraßen lastig dadurch das zwischen Brandenburg und Magedeburg die B1 vermieden wird. Habe ich besonders gewählt um nicht durch Magedeburg zu fahren wegen den erwähnten Ampeln. Enthält dafür aber wieder Waldwege
    Drewitz -> Hohenziatz: Hier weicht die Route von der vorherigen leicht ab und nimmt die "alte Poststraße". Wenig genutzter Waldweg mit deutlichen bewuchs und teils Sandig. Ein paar Reste Kopfsteinpflaster erkennbar.
    Schönebeck -> Welsleben: s.o.
    Altenweddingen -> Egeln: s.o.
  • Ziesar und Berlin-Hammeln kombiniert Route bei OSM
    Bis Halberstadt: 200 km
    Hier kommen 2 zusätzliche Waldwege hinzu die beide sehr sandig waren als ich sie gefahren bin, nichts für schnelles voran kommen. Diese Strecke würde ich so nicht nochmal fahren.
  • mögl. kürzeste Strecke Route bei OSM
    Bis Halberstadt: 195 km
    Diese Strecke nimmt alle schlechte Wege mit um das minimum zu erreichen. Bin alle Einzelstücke schon gefahren aber noch nicht in der dieser Kombination. Neben dem Nachteil der Waldweg der Ziesar-Strecke hat man hier also zusätzlich noch die Strecke durch Magdeburg dabei. Die "Abkürzung" über Krottorf und Groß Quenstedt ist ein ganz übler Feldweg.

Streckenvarianten ab Halberstadt

Alle Routen im Überblick
  • über Heimburg und Waldweg: 41 km
    Über Heimburg finde ich am schönsten, der Anstieg ist eine Nebenstraße und zwischendrin gibt es eine Stück das flach ist zur Abwechslung.
    Der Wanderweg ist definitiv nix für Rennräder, grober Schotter sehr Steil eine echte Herausforderung!
    Nachteil 1: Ein paar zusätzliche Höhenmeter.
    Nachteil 2: Die B81 im ersten Stück ist stark befahren und hat dabei schon einen leichten Anstieg.
  • über Heimburg und Schierke: 47 km
    Ohne den anspruchsvollen Waldweg; Die Umfahrung von Elbingerode hat aber auch ein Stück.
  • maximal Autofrei: 44 km
    Diese Strecke verwendet den Holtemme Radweg bis Wernigerode um die B81 zu vermeiden. Auch direkt hinter Wernigerode wird die Straße wieder verlassen um den schweren Waldweg zu fahren. Hier kann natürlich alternativ auch die Schierke Variante genommen werden.
  • Rennrad fähige Variante: 49 km
    Nachteil: Die B81 im ersten Stück ist stark befahren und hat dabei schon einen leichten Anstieg. Dies lässt sich umgehen wenn man Teil der Holtemme variante verwendet (allerdings mit kurzem Schotter Stück)
  • Bei meiner ersten Tour bin ich einen blödsinnige Umweg gefahren über Heimburg und Wernigerode, mit zusätzlichen Höhenmetern und Gesamt 52 km.

Verlängerung bis Göttingen

  • Gesamtstrecke
  • Wenn man auf dem Weg runter noch ein paar Wanderwege sehen will und das Wetter gut ist (Ostwind!) kann man die Strecke bis zum nächsten größeren Bahnhof - Göttingen verlängern. Aber Achtung je nach Fahrplan muss man vor 20:00 Uhr ankommen um ohne Bahnhofsübernachtung zurück zu kommen.
  • Bei gutem Wetter verpasst man auf der Brockenstraße auch keine sehr schnelle Abfahrt da viele Wanderer unterwegs sind.
  • Strecke: Verwendet wird die Route über Ziesar. Ab dem Brocken habe ich einfach die kürzeste Strecke nach Routenplaner genutzt. Der Wanderweg vorbei an Sankt Andreasberg ist ein ausgezeichneter asphaltierter Radweg. An der B27 gibt es durchweg Radweg bzw. parallel verlaufende Wirtschaftswege.
  • P.S.: Auch mit dem Zug direkt dauert diese Strecke durchaus 10 Stunden, möglich dank der Harzer Schmalspur Bahn

Halberstadt Umfahrung

Basierend auf der Strecke eines Freundes der die Bundestraßen vermeiden wollte habe wir auch mal eine Variante der Ziesar-Route über Quedlinburg anstelle von Halberstadt probiert. In der Gesamtstreckenlänge ist es nicht dramatisch relevant. Allerdings wird hier ein längeres Stück auf Schotter (hinter Möckern) und Pflaster (vor Groß Börnicke) gefahren.

Wind

Unbedingt aufpassen! Üblicherweise kommt der Wind aus Westen und naja man fährt fast alles nach Westen. Von einer fahrt bei angekündigten Gegenwind würde ich abraten wenn nicht von vorneherein eine Fahrt/Übernachtung zum nächsten Tag hin geplant ist.
Aber auch bei Wind hat man durchaus viel Wald - d.h. bis zur Landesgrenze von Brandenburg - danach gibt es nur offenes Feld mit gelegentlichen Baumreihen. Die Anstiege liegen dann aber wieder tief im Wald.

Rückfahrt

Züge ab Wernigerode gehen nach Magdeburg (meist mit umsteigen) und dann mit dem RE 1 durch. Durch das umsteigen fährt der spätestes Zug ab Wernigerode ~ 21 Uhr danach wahrscheinlich erst wieder ab 4 Uhr. Achtung: Die Züge in Wernigerode sind sehr klein, bei gut Wetter könnte es knapp werden mit Platz.
Bei den Zeiten die ich Plane (20km/h, anstieg mit 10km/h plus längere Pause) geht für mich nichts unter 14-16 Stunden, also früh aufstehen, je Früher um so mehr Puffer! Das frühe losfahren hat auch den Vorteil das man gut aus Berlin rauskommt.
Hotel: Oben auf dem Gipfel gibt es eins, aber spontan wohl eher net. Schierke hat viele Pensionen aber wenn man sowieso spät dran ist werden die nicht mehr Offen sein. Auch die Hotels die ich gesehen hatten keine 24h Rezeption. (Ich war einmal um 22:30 auf dem Gipfel und konnte keine offene Übernachtung mehr finden)

Rekord

10.10.2015, ordentlich Ostwind. Nachtstart 1:41 Uhr (freie Straßen) über die B1 Route bis Halberstadt 9:55 Uhr (=< 8:14h). Dann über Heimburg + Schierke bis 14:00 Uhr zum Gipfel. (Wegen oben erwähnten Problem bei Burg auf die Fahrradcomputer Daten 30km aufgeschlagen)
  • Gesamtzeit: 12:19h
    • ab Anfang Anstieg (Helmburg): 2:51h
  • Strecke: 243km
  • Schnitt (in Bewegung): 22.10
  • Höhenmeter: 1785m
  • Puls: Schnitt 141; Max 166; 7300 kcal
  • Platt: ziemlich
  • (Abfahrt nur bis Wernigerode, etwa +1h)

Winterlich

Auch wenn es im Frühjahr unten schon hübsch ist. Der Brocken bleibt ein Berg (der Gipfel liegt über der Baumgrenze) und daher kann er auch dann noch Schnee haben:
schön kalt am Brocken
In diesem Fall musste ich auf den Waldwegen etliches schieben da diese völlig verharscht waren, denn angetauter Schnee + starke Steigung = schlecht.

Klimawandel?

Mit den extremen Februar Temperaturen neuerdings kann man inzwischen sogar im richtigen Winter hoch fahren.
An einem 16. Februar ist zwar noch Schnee aber die Straße durch Räumung und Sonne (beinah) durchgängig befahrbar. Die Anzahl der Besucher sagt auch viel über die Temperatur aus. nicht mal der typische starke Wind bringt einem zum frösteln.
Zu bemerken ist dann aber doch das die Temperatur eine komplette nur-in-der-Sonne Angelegenheit ist. Morgens vor Sonnenaufgang warns dann auch in Burg nur 1° Grad mit dicken Handschuhe und Überschuhen (und dank Windstille) aber kein Problem.
Blick auf den Gipfel kurz vor der Knochenbrecherkurve.
Thermometer beweis
Schnee ist das aber doch noch ordentlich. Hier sieht man das Geländer das normalerweise die "Betreten verboten" Wiese begrenzt.

Abendstart

Eine alternative zum Nachts losfahren um zum Mittag anzukommen ist Abends loszufahren und zum Sonnenaufgang ankommen! Der Vorteil ist das die Abfahrt schön frei ist. Der Nachteil ist das man in der Nacht natürlich aufpassen muss mit der Versorgung. (
Sonnenaufgang - leider mit Wolken