Höhenprofil über 900km

Motivation

Simple Idee: Was ist die kürzeste Strecke von Berlin auf (kurz) über 3000 Meter? Natürlich alles mit dem Fahrrad und möglichst schnell. Leider hab ich das in dem sinne nicht geschafft. Die offensichtliche Lösung liegt in der Ötztaler Gletscherstraße die bis 2800m führt, aber danach wird es knifflig, folgendes Optionen bestehen:

  • Mein Plan: Schwarze Schneid Mittelstation - kurz unter 3000 und dann etwas schieben. Habe ich versucht ist aber nicht möglich da der Weg verschwunden ist
  • Notfall Plan: Pitzaler Jochköpfle - kurz unter 3000. Dann etwas auf dem Kamm entlang um die letzten Meter zu erreichen. Das habe ich durchgezogen hier bin hab ich es geschafft aber ohne das Rad. Es handelt sich hierbei um einen Klettersteig, das Rad konnte ich nur bis etwa 2900m tragen. (Bilder folgen unten)
  • Notfall Plan 2: Tiefenbachferner, diese Stelle war mir schon von meiner Alpenrundfahrt bekannt das bei ca 2900m der Gletscher anfängt. Da es nur eine Woche vorher stark geschneit hatte habe ich aber (falsch) vermutet das hier als zugeschneit ist. Hier konnte ich letztlich bis zum Rand des Gletschers auf knapp 2960m Fahren mit nur wenigen Meter schieben.
  • Möglichkeit: (Keine Zeit mehr) Seitenjöchl, gleich neben dem Tiefenbachferner gelegen führt hier ein Fahrweg diesen Skihang hinauf in kurz über 3000m. Ob diese extreme Steigung auf losem Schotter zu fahren ist … fraglich.
  • Möglichkeit: (Im Vorfeld aussortiert) Gaislachkogel. Hier sind es fast 800 Höhenmeter auf Seite Schotterstrecke. Zuviel fürs Rennrad! Infos über die Strecke bei Passzwang - dort mit MTB schon als extrem schwer beschrieben. Das Interessante an dieser Strecke ist das - zu meinem Wohnort gesehen - ein relative Höhenunterschied von 3002 m drin wäre!

Strecke

Route bei OSM

Das Ötztal liegt zufällig genau auf der Verlängerung der schon bekannten Berlin - München Strecke. Daher habe ich diese schon gut bekannte (und optimierte) Stück wiederverwendet. Nach München ergibt sich die Strecke quasi von selbst: Es geht über Kochel in Richtung Inntal und dann natürlich das Inntal hoch bis Ötz.

In Sölden hatte ich von Anfang an einen Übernachtung eingeplant. Zum einen natürlich zur Erholung vor dem Anstieg zum anderen weil sich aufgrund der Entfernung von 800km bei einem Morgen-Start fast automatisch ergibt das man dort am späten Abend ankommt. Und es ist nicht sonderlich sinnvoll in der Nacht in alpine Höhen aufzubrechen. Abwärts geht es dann noch bis Innsbruck was daran liegt das sich von dort ein direkte Busverbindung nach Berlin buchen ließ.

Daten:

  • Bis Sölden: ~800km mit Reisezeit 40:40 Stunden
  • Bis 3000m: ~814km mit Reisezeit 57:50 Stunden
  • Gesamt bis Innsbruck: 926km mit Reisezeit 65:15 Stunden. 12 h mit Bus zurück, macht 2 Tage WE + 2 Tage Urlaub
  • Fahrzeit: 41:18
  • Durchschnitt: 22,4 km/h; Max: 68 km/h
  • relative Höhenmeter (barometrisch): 8583m
  • 1 Reifenpanne, Flicken 300km später undicht und ganzen Schlauch getauscht; Tubeless musst 3x neu gepumpt werden
  • 3° bis 35° Grad Temperatur; kein Regen; etwa 200km leichter Rückenwind, rest Wechselhaft bzw. nahezu Windstill.

Besonderheit: Dank Strecken Kenntnis und angenehmen Temperaturen ist es mir gelungen auf den Kauf von Wasser in Plastikflaschen verzichten zu können:

  • Wasserhahn bei der Tourist-Info in Bad Düben
  • Friedhof Wernitzgrün
  • Bahnhofs-Toilette in Schwandorf (Kostenlos)
  • Friedhof Straßlach
  • Brunnen Wallgau
  • Brunnen Telfs

Bilder

Fahrrad vor Hauswand
Klassischer Nachtstart, Zeitrahmen nach hinten für Hotel Check-In war dann doch knapp!
Donau bei Nacht
Donauquerung erstmals unter 24h! Rennrad sei dank.
Turm mit Torweg
... und zwar in Regensburg wie man vielleicht wiedererkennen kann.
Passschild 859m
Der erste Alpenpass, wenn auch noch ziemlich niedrig. Sehr warm und extrem voll weil alle zum Seh wollen. Der Stau ist nicht wegen den Radfahrern sondern weil der Parkplatz voll ist ...
Ortseingangsschild Sölden
Zwischendurch sah, insbesondere mit der Panne, die Zeit schlecht aus aber der Anstieg nach Sölden rauf lief dann doch besser als erwartet! So das noch ordentlich Zeit war für bequemes Essen. Für eine Brevet-Style also eigentlich eine ungewöhnlich lange Nachtruhe.
Bach in einer engen Schlucht
Durchs Ötztal fließt natürlich die Ötztaler Ache! Hier richtig tosend am oberen Ende von Sölden gesehen von der Fußgängerbrücke aus.
Eine Herde Steinböcke auf einer Steilen Straße
Selbst die geübten Steinböcke brauchen bei dieser Straße eine Pause.
Parkplatz mit Schild 'Highest Road in the EU'
Ende der Ausbaustrecke, ob das mit dem Schild stimmt ist doch zumindest zweifelhaft.
Schild weg gesperrt, dahinter Steiler Abhang mit Schnee bedeckt
Hier endet wie oben beschrieben der Weg zur Mittelstation der Schwarzen Schneidbahn
Schmaler Pfad über Felsen mit Sicherungsseil
Daher wie beschrieben das Tragen auf der alternativ Strecke. Hier ist aber definitiv Schluß mit Tragen da es schon genug Aufmerksamkeit braucht mit den Steifen Radschuhen das überhaupt alleine zu laufen. Auch hinter diesen Stück wird es nicht wieder besser.
Blick ins Tal mit Höhenmesser der 3000m anzeigt
Zumindest diese Gerät meint ich hätte es auf 3000m geschafft. Unten zu erkennen der Parkplatz aus obigem Bild. Wie gesagt ohne das Rad selbst. Das Stand doch ganz frech ne knappe Stunde dort völlig unangeschlossen rum! Und es hat erstaunlicher weise niemand auf sich genommen es für mich wieder runter zutragen. Könnte auch daran liegen das Heute sonst niemand unterwegs war - zwar war es warm aber man kann ja sehen das schon überall Schnee liegt.
Steiler Schneebedeckter Hang
Gleicher Ort aber diesmal von unten den Hang hinauf. Es gibt 2 Wege: über den Schnee oder rechts durch die Felsen.
Fahrrad mit Gletscher im Hintergrund
Teile des Tiefenbachferner mit Blick auf den Mutkogel. Interessant ist, das dies die gleiche Stelle wie bei der Alpenreise 2017 ist. Wie man sieht ist der Gletscher schon wieder einige Meter zurückgewichen. Und das trotz, wie erwähnt, starkem Schneefalls 1 Woche vorher!
Fahrrad am Rande des Gletscherschneefeldes
Etwas weiter rechts vom Bild eben und noch ein paar Meter Höher. Ca. 2600m dank der ganzen Skipisten ist der weg hierhin gut zu fahren - es ist feiner Schotter. Die kurven sind sogar kurzzeitig asphaltiert nur die bis zu 15% stören etwas (Laut anzeige des Wahoo).
Gletscher
Gleiche Perspektive wie Eben nur ein paar Meter weiter hinten um die ganze verblichen Pracht des Gletschers zu sehen. Der Schnee wird gerade fleißig hin und her geschoben um die endlich richtig mit der Skisaison anfangen zu können. Offiziell wurde sie tatsächlich am Tag zuvor eröffnet und an der Schwarzen Schneid (also oberhalb von 3000m) durfte schon gefahren werden.